Kolumne „Uni live“: Besucht euch!
Die FAZ-Kolumne „Uni live“ beleuchtet, wie das studentische Leben geprägt ist von Selbstfindung und oft verborgenen Hintergründen. Ein Besuch im Heimatort von Kommilitonen fördert tieferes Verständnis für Persönlichkeit und Werdegang, relevant auch für angehende MBA-Absolventen.
Kolumne „Uni live“: Besucht euch!
Veröffentlicht: 9. Oktober 2026
In der jüngsten Kolumne „Uni live“ der FAZ, die sich mit den vielschichtigen Aspekten des studentischen Lebens auseinandersetzt, wird eine bemerkenswerte Beobachtung geteilt: Während des Studiums begegnen sich Kommilitonen oft in einer Phase intensiver Selbstfindung. Die Herkunft und die prägenden Umfelder bleiben dabei häufig im Verborgenen. Die Kolumne beleuchtet, wie ein Besuch im Heimatort eines Mitstudierenden nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern auch zu einem tieferen Verständnis der Persönlichkeit und des Werdegangs beitragen kann. Diese Erkenntnis ist nicht nur für Bachelor- oder Masterstudenten relevant, sondern birgt auch für angehende MBA-Absolventen wichtige Implikationen.
Die universitäre Umgebung, sei es im Erststudium oder in einem weiterführenden Programm wie einem MBA, ist ein Schmelztiegel unterschiedlicher Biografien. Menschen aus verschiedenen Regionen, Kulturen und sozialen Kontexten kommen zusammen. Im Hörsaal oder in der Projektgruppe konzentriert man sich auf fachliche Inhalte und gemeinsame Ziele, wodurch die individuellen Hintergründe oft in den Hintergrund treten. Die Kolumne argumentiert überzeugend, dass gerade diese ungesehenen Ursprünge eine Schlüsselrolle dabei spielen, wie sich eine Person entwickelt und welche Werte sie prägen. Der Besuch im persönlichen Umfeld ermöglicht einen Blick hinter die Fassade des akademischen Alltags und kann aufzeigen, welche Erfahrungen und Sozialisationen die individuelle Identität geformt haben.
Diese Erkenntnis gewinnt im Kontext eines MBA-Studiums besondere Relevanz. MBA-Programme ziehen eine heterogene Gruppe von Berufserfahrenen an, deren diverse Hintergründe und Perspektiven einen wesentlichen Teil des Lernerfolgs ausmachen. Die Teilnehmer bringen oft mehrere Jahre Berufserfahrung mit und stammen aus unterschiedlichen Branchen und Ländern. Während in Fallstudien und Diskussionsrunden die fachlichen und beruflichen Ansätze ausgetauscht werden, bleiben die persönlichen Lebenswelten und die jeweiligen Ursprünge meist unerforscht. Ein tieferes Verständnis der Kollegen – jenseits der beruflichen Rolle – kann jedoch die Zusammenarbeit in Teams stärken und das Netzwerk nachhaltig festigen.
Das Verständnis für die individuellen Prägungen kann in einem MBA-Kontext von unschätzbarem Wert sein. Es fördert Empathie, interkulturelle Kompetenz und die Fähigkeit, unterschiedliche Denkweisen zu antizipieren und zu integrieren. Diese sogenannten Soft Skills sind im heutigen globalisierten Wirtschaftsleben entscheidend für Führungskräfte. Wer die Motivationen, Werte und kulturellen Rahmenbedingungen seiner Kollegen und künftigen Geschäftspartner besser versteht, kann effektiver kommunizieren, Konflikte lösen und vertrauensvolle Beziehungen aufbauen. Dies gilt insbesondere für internationale MBA-Programme, wo der kulturelle Austausch eine zentrale Rolle spielt.