Karriere: Tauge ich für einen Spitzenjob? Psychologe erklärt Eignungstests
Psychologe Norbert Gantner (35 Jahre Erfahrung) erklärt, worauf es heute bei Spitzenpositionen ankommt und warum Eignungstests kaum zu manipulieren sind. Einblicke für MBA-Anwärter, die sich für Führungspositionen qualifizieren möchten und Anpassungsfähigkeit, Resilienz sowie strategisches Denken…
Karriere: Tauge ich für einen Spitzenjob? Psychologe erklärt Eignungstests
Die Frage nach der eigenen Eignung für eine Spitzenposition treibt viele ambitionierte Fachkräfte um, insbesondere jene, die über einen MBA-Studiengang ihre Karriere vorantreiben möchten. Wie Manager Magazine berichtete, beleuchtet der Psychologe Norbert Gantner, der seit 35 Jahren Kandidaten für Führungspositionen testet und sowohl Unternehmen als auch aufstrebende Manager berät, die aktuellen Anforderungen und die Rolle von Eignungstests in diesem Prozess. Seine Expertise bietet wertvolle Einblicke, warum diese Tests nach wie vor ein unverzichtbares Instrument sind und sich nur schwer manipulieren lassen.
Gantners langjährige Erfahrung zeigt, dass die Kriterien für Spitzenpositionen sich mit der Zeit gewandelt haben, die Bedeutung einer fundierten Einschätzung der Persönlichkeit und kognitiven Fähigkeiten jedoch konstant geblieben ist. Es geht heute nicht mehr allein um fachliche Expertise und traditionelle Führungskompetenzen, sondern zunehmend um Anpassungsfähigkeit, Resilienz, strategisches Denken unter Unsicherheit und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit. Eignungstests sind darauf ausgelegt, diese komplexen Merkmale objektiv zu erfassen und ein umfassendes Bild der Kandidaten zu zeichnen. Für MBA-Absolventen, die sich oft in einem hochkompetitiven Umfeld bewegen, kann das Verständnis dieser Mechanismen entscheidend sein.
Die Herausforderung, Eignungstests zu "austricksen", wird von Gantner als gering eingeschätzt. Moderne psychometrische Verfahren sind elaboriert und verwenden multiple Messansätze, die eine konsistente Persönlichkeitsprofilierung ermöglichen. Zudem spielt die Kombination aus Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung und verhaltensbasierten Aufgaben eine Rolle, die ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Inkonsistenzen werden schnell sichtbar. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Kandidaten, authentisch zu agieren und sich nicht zu verstellen, da die Tests auf die Erkennung von Verhaltensmustern und nicht auf die Wiedergabe erwünschter Antworten ausgelegt sind. Ein MBA bereitet zwar auf strategische und analytische Aufgaben vor, die psychologische Eignung für Führungsrollen ist jedoch eine davon unabhängige Dimension, die oft den Ausschlag gibt.
Für MBA-Interessierte und Absolventen sind diese Erkenntnisse von besonderer Relevanz. Ein erfolgreicher Studienabschluss ist zwar eine wichtige Voraussetzung, doch die persönliche Passung zu den Anforderungen einer Spitzenposition wird durch Eignungstests genau beleuchtet. Es lohnt sich, frühzeitig an der Entwicklung der eigenen Soft Skills und der Reflexion der persönlichen Stärken und Schwächen zu arbeiten. Das Wissen um die Wirkungsweise dieser Tests kann dabei helfen, sich mental auf Bewerbungsprozesse vorzubereiten und die eigene Eignung selbstkritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls durch gezielte Weiterbildung oder Praxiserfahrung zu stärken.