INTERVIEW - «Wenn die Bevölkerung keine Windräder will, braucht man mehr Grosskraftwerke», sagt der CKW-Chef Martin Schwab

    CKW-Chef Martin Schwab stellt die Schweiz vor die Wahl: Entweder Akzeptanz für Windräder und andere Kraftwerke oder Großkraftwerke, um die Energieversorgung zu sichern. Er fordert einen Konsens zum Strommix, da billiger Strom ohne neue Anlagen unrealistisch ist.

    INTERVIEW - «Wenn die Bevölkerung keine Windräder will, braucht man mehr Grosskraftwerke», sagt der CKW-Chef Martin Schwab

    Im September 2026 hat Martin Schwab, CEO des Schweizer Energieversorgers CKW, in einem Interview die Bevölkerung vor eine klare Entscheidung bezüglich der zukünftigen Energieversorgung gestellt. Er betonte, dass die Schweiz einen Konsens über den gewünschten Strommix finden müsse, da der gleichzeitige Verzicht auf den Bau neuer Kraftwerke und die Erwartung von ausreichend günstigem Strom nicht realisierbar seien. Diese Aussage unterstreicht die Spannungen zwischen energiepolitischen Zielen und der Akzeptanz vor Ort.

    Die Problematik, die Schwab anspricht, ist nicht neu und betrifft viele entwickelte Industrienationen. Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern und der gleichzeitige Wunsch nach Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit bei gleichzeitigem Widerstand gegen neue Infrastrukturprojekte, sei es in Form von Windparks, Solaranlagen oder sogar Grosskraftwerken, führt zu einem Dilemma. Die Schweiz ist hierbei in einer besonders herausfordernden Position, da die geografischen Gegebenheiten und der hohe Lebensstandard hohe Anforderungen an die Energieinfrastruktur stellen. Schwabs Äußerung spiegelt die Notwendigkeit wider, realistische Szenarien zu kommunizieren und politische Entscheidungen zu forcieren, die eine langfristige und stabile Energieversorgung gewährleisten können.

    Die strategische Neuausrichtung von Energieversorgern und die Gestaltung des künftigen Energiemixes sind zentrale Themen, die auch in MBA-Studiengängen eine hohe Relevanz besitzen. Manager und Führungskräfte in der Energiebranche sind gefordert, komplexe ökonomische, ökologische und soziale Faktoren zu berücksichtigen. Die Fähigkeit, Stakeholder-Interessen zu managen, disruptive Technologien zu bewerten und nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist dabei entscheidend. Studiengänge mit Spezialisierungen in Energiemanagement, Nachhaltigkeitsmanagement oder strategischer Unternehmensführung bereiten Studierende auf genau solche Herausforderungen vor, indem sie ihnen das notwendige Rüstzeug für die Analyse von Märkten, die Bewertung von Investitionen und die Implementierung von Change-Prozessen vermitteln.

    Herausforderungen für Führungskräfte

    Für angehende MBA-Absolventen bieten die genannten Entwicklungen vielfältige Karrierechancen und Gestaltungsspielräume. Unternehmen der Energiebranche suchen zunehmend nach Fachkräften, die nicht nur technisches Verständnis mitbringen, sondern auch über ausgeprägte betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Verhandlungsgeschick und ein Verständnis für politische Prozesse verfügen. Die Führung von Projekten zur Energiewende, die Entwicklung von Strategien zur Kundenbindung in einem sich wandelnden Markt oder die Einführung innovativer Speichertechnologien sind Bereiche, in denen Absolventen mit einem breiten MBA-Wissen gefragt sind. Die Diskussion um den Energiemix verdeutlicht exemplarisch die Komplexität moderner Unternehmensführung und die Notwendigkeit interdisziplinärer Kompetenzen.