Führung im Tandem: „Unternehmen tun gut daran, geteilte Führungsmodelle auf breiter Ebene einzuführen“

    Topsharing gewinnt als Alternative zur Einzelspitze an Bedeutung. Obwohl die Abstimmung im Tandem Zeit kostet, steigern geteilte Führungsmodelle die Resilienz und Entscheidungsqualität. Unternehmen profitieren zudem von komplementären Kompetenzen und einer höheren Absicherung gegen Ausfälle.

    Führung im Tandem: Unternehmen tun gut daran, geteilte Führungsmodelle auf breiter Ebene einzuführen

    Die klassische Struktur der hierarchischen Einzelspitze gerät zunehmend unter Druck. Wie aktuelle Entwicklungen im Oktober 2026 zeigen, rückt das Modell des Topsharings – die Aufteilung einer Führungsposition auf zwei Personen – verstärkt in den Fokus der Unternehmensführung. Während geteilte Leitungspositionen in vielen deutschen Betrieben bislang die Ausnahme darstellten, berichten Vorreiter nun von den praktischen Erfahrungen dieses Modells. Obwohl die koordinative Abstimmung zwischen zwei Führungskräften messbar mehr Zeit in Anspruch nimmt, überwiegen laut Expertenberichten die langfristigen Vorteile für die Resilienz und die Entscheidungsqualität innerhalb der Organisationen.

    Strategische Vorteile gegen den zeitlichen Mehraufwand

    Der wesentliche Kritikpunkt am Topsharing bleibt die Effizienz der Kommunikation. Die Notwendigkeit, strategische Entscheidungen intern abzustimmen, bevor sie nach außen kommuniziert werden, führt zwangsläufig zu einem höheren Zeitbudget für interne Prozesse. Zwei Unternehmen, die dieses Modell bereits implementiert haben, verweisen jedoch auf die komplementäre Wissensverteilung. Durch die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzprofile in einer einzigen Position lassen sich komplexe Herausforderungen oft fundierter lösen, als dies einer Einzelperson möglich wäre. Zudem dient das Tandem-Modell als Absicherung gegen personelle Ausfälle und erhöht die Attraktivität des Arbeitgebers für hochqualifizierte Fachkräfte, die Führung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen vereinbaren möchten.

    Relevanz für die Managementausbildung und den MBA-Markt

    Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf die akademische Managementausbildung. MBA-Studiengänge in der DACH-Region integrieren zunehmend Module zu kollaborativer Führung und Shared Leadership in ihre Curricula. Für Studierende und Interessierte bedeutet dies eine Verschiebung der geforderten Kompetenzen: Weg vom autoritären Entscheidungsmanagement hin zu ausgeprägter Moderations- und Kooperationsfähigkeit. Das klassische General-Management-Studium bereitet heute nicht mehr nur auf die vertikale Karriere vor, sondern vermittelt das Handwerkszeug für die Arbeit in multiprofessionellen Tandems, die insbesondere in volatilen Märkten als stabiler wahrgenommen werden.