Die Karrierefrage: Wie fülle ich als Führungskraft große Fußstapfen aus?

    Führungskraft sein ist herausfordernd, besonders wenn ein beliebter Vorgänger hohe Erwartungen setzte. Erfahren Sie von zwei Coaches, wie Sie authentisch große Fußstapfen ausfüllen, Vertrauen aufbauen und Ihren eigenen Führungsstil etablieren.

    Die Übernahme einer Führungsposition stellt stets eine Herausforderung dar. Besonders anspruchsvoll wird diese Aufgabe jedoch, wenn der oder die Vorgängerin im Team oder der Abteilung große Beliebtheit genoss und hohe Erwartungen hinterließ. Zwei erfahrene Führungskräfte-Coaches beleuchten diese komplexe Situation und geben Empfehlungen, wie neue Führungskräfte diese besonderen Fußstapfen erfolgreich ausfüllen können. Diese Fragestellung, die im beruflichen Alltag häufig auftritt, gewinnt angesichts dynamischer Karrierewege und einem zunehmenden Wettbewerb um Führungspositionen an Relevanz und wurde zuletzt im September 2026 von der FAZ aufgegriffen.

    Der Wechsel an der Spitze einer Organisationseinheit ist oft mit Unsicherheit verbunden, sowohl für das Team als auch für die neue Führungskraft selbst. War der Vorgänger eine charismatische Persönlichkeit, die das Team maßgeblich geprägt hat, können Mitarbeiter zunächst skeptisch oder verunsichert reagieren. Coaches betonen, dass es in solchen Fällen entscheidend ist, nicht zu versuchen, den Vorgänger zu kopieren. Authentizität und die Entwicklung eines eigenen Führungsstils sind unerlässlich, um Glaubwürdigkeit aufzubauen und langfristig Akzeptanz zu finden. Dies erfordert anfänglich oft Geduld und eine bewusste Strategie der Integration.

    Ein zentraler Aspekt ist die Kommunikation. Neue Führungskräfte sollten proaktiv den Dialog mit ihrem Team suchen, um Erwartungen zu klären und Sorgen oder Bedenken aufzunehmen. Es geht nicht darum, sofort alles zu ändern oder die Errungenschaften des Vorgängers herabzusetzen, sondern vielmehr darum, zuzuhören, zu verstehen und sukzessive eigene Akzente zu setzen. Ein behutsames Vorgehen bei der Einführung neuer Ideen oder Prozesse kann helfen, Widerstände abzubauen. Die Coaches raten dazu, zunächst Erfolge zu konsolidieren und erst dann schrittweise eigene Visionen zu entwickeln und zu kommunizieren.

    Für angehende Führungskräfte, die ein MBA-Studium in Betracht ziehen, bietet diese Thematik wichtige Denkanstöße. MBA-Programme vermitteln nicht nur betriebswirtschaftliches Wissen, sondern legen auch einen starken Fokus auf Leadership-Skills, Change Management und personale Kompetenzen. Die Fähigkeit, sich in neue Führungspositionen erfolgreich einzufinden, insbesondere in anspruchsvollen Konstellationen, ist ein direktes Resultat dieser Ausbildungsinhalte. Fallstudien und Rollenspiele im Rahmen eines MBA bereiten Absolventen darauf vor, solche Übergänge strategisch zu meistern und die eigene Führungsrolle effektiv zu gestalten, anstatt lediglich eine Vorgängerrolle zu duplizieren.