Leistungsdruck an der Uni
Tipps zum Umgang mit Stress im Studium
Während eines Studiums entsteht für viele Studenten ein enormer Leistungsdruck, dem sie oftmals nicht gerecht werden. In manchen Fällen gibt es auch Motivationsprobleme, weshalb beinahe jeder fünfte Studierende zum Studienabbrecher wird. Im folgenden Artikel listen wir zehn Tipps auf, die von Experten erstellt wurden und dabei helfen sollen, den Stress an der Uni erfolgreich zu meistern.
Ruhepausen und ausreichend Schlaf
Das menschliche Gehirn ist nicht ununterbrochen leistungsfähig und die Aufnahme- sowie Speicherkapazität ist nach zirka zehn Stunden aufgebraucht. Klaus Lieb ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz und schreibt im Ratgeber „Was Studis gegen Stress tun können“, dass diese Zeit beim Lernen nicht überschritten werden sollte. Darüber hinaus ist vor allem in intensiven Prüfungsphasen genügend Schlaf unbedingt erforderlich. Klaus Lieb hält des Weiteren fest, dass man selbst bei individuellem zumindest sieben Stunden Schlaf pro Nacht einhalten sollte. Unser Gehirn ist im keinesfalls inaktiv: Der tagsüber aufgenommene Lernstoff wird im Schlaf nämlich dauerhaft gespeichert („konsolidiert“).
Birte von Haaren arbeitet als akademische Mitarbeiterin am Karlsruher Institut für Technologie im Bereich Sportwissenschaft und schlägt Studierenden vor, sich in ihrer kostbaren Freizeit unbedingt körperlich zu betätigen. Dabei kommt es laut Haaren nicht unbedingt auf die Intensität an und so reicht bereits eine halbe bis dreiviertel Stunde pro Tag aus um auch geistig fit zu bleiben. Wer moderat körperlich aktiv ist, der erhöht damit seine Gehirndurchblutung und gleichzeitig die Wachstumsfaktoren, welche zur Bildung neuer Nervenzellen beitragen. Auf diese Weise wird die Funktion und Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns gesteigert und es wird stressresistenter.
Laut der Sportwissenschaftlerin sind besonders Ausdauersportarten bestens geeignet, wie zum Beispiel Radfahren und Joggen, denn beide kurbeln die Herztätigkeit an und sind ebenso positiv für die Sauerstoffversorgung. Neue Energie verschafft darüber hinaus frische Luft. Wer sich mit dem Abschalten schwer tut, der sollte Entspannungsübungen wie beispielsweise beim Yoga oder Tai Chi durchführen, denn diese sorgen dafür, dass sich (Ver-)Spannungen auflösen und man wieder ausgeglichener ist.
Im Studium wird von den Studentinnen und Studenten zumeist eine selbstständige Arbeitsweise verlangt. Vielen Studierenden fällt es aber nicht leicht, stets ausreichend Motivation herzustellen und aufrechtzuhalten. Hilfreich können in dieser Situation bestimmte Rituale und Routinen sein, mit denen man eine gewisse Struktur in den Lernalltag bringt. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung erstellten 32 Studierende der Hochschule Schwäbisch Gmünd das Antistress-Handbuch „Lässig statt stressig durchs Studium“ und geben darin hilfreiche Ratschläge für ein effizientes Selbststudium.
Die Empfehlung der Autoren lautet, dass man den Lernalltag ähnlich wie einen Arbeitstag gestalten und zum Beispiel frühzeitiges aufstehen, regelmäßige Pausen einlegen und ein täglich festgelegtes Arbeitsende einhalten soll. Wichtig ist auch die Wahl des Arbeitsortes, denn wenn man sich leicht von Alltagsdingen ablenken lässt, so erweist sich das Studieren außer Haus als effektiver. Im Ratgeber wird als eines der Beispiele für einen geeigneten Ort die Bibliothek der Universität angeführt.