Business-School-Professoren warnen – Wie KI die Wirtschaft erschüttert
Dutzende Business-School-Professoren warnen: „Wir müssen jetzt handeln“
Mehr als 200 Ökonominnen, Ökonomen sowie KI-Forschende – darunter 16 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger – fordern die Politik dringend auf, sich auf einen durch Künstliche Intelligenz getriebenen wirtschaftlichen Umbruch vorzubereiten.
Eine Koalition aus mehr als 200 renommierten Wirtschaftswissenschaftlerinnen, Wirtschaftswissenschaftlern und KI-Forschenden ruft Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dazu auf, sich unverzüglich auf eine fundamentale Transformation vorzubereiten. Die Expertengruppe beschreibt eine wirtschaftliche Umwälzung, die potenziell größer – und vor allem erheblich schneller – ablaufen könnte als die Industrielle Revolution.
Unter den Erstunterzeichnenden befinden sich 40 Professorinnen und Professoren führender internationaler Business Schools, deren Spektrum von der Harvard Business School über die Toronto Rotman School of Management bis hin zur italienischen SDA Bocconi reicht.
Das Manifest mit dem Titel „We Must Act Now: A Statement on AI’s Transformation of the Economy“ („Wir müssen jetzt handeln: Eine Erklärung zur Transformation der Wirtschaft durch KI“) wurde am 13. Juli veröffentlicht. Organisiert wurde die Initiative von Erik Brynjolfsson ( Stanford University ), Ajay Agrawal (Rotman School of Management), dem Ökonomen Anton Korinek (University of Virginia) und dem METR-Forscher Tom Cunningham.
Die Erklärung verzichtet bewusst auf konkrete politische Rezepte. Stattdessen legt sie dar, dass die technologischen Fähigkeiten der KI dem ökonomischen Verständnis ihrer Konsequenzen derzeit weit vorauseilen. Das Zeitfenster, um die richtigen Institutionen, Regulierungen und Anreize zu schaffen, bevor die Disruption mit voller Wucht trifft, schließt sich rapide. Die Unterzeichnenden fordern daher eine tiefgreifende Erforschung der wirtschaftlichen Auswirkungen von KI sowie den zügigen Aufbau von Anreizsystemen, Schutzplanken und staatlichen Rahmenbedingungen. Nach Angaben der Organisierenden wächst die Liste der Unterstützenden kontinuierlich weiter.
Die Kernwarnung: Geschwindigkeit schlägt Anpassungsfähigkeit
„Die Fähigkeiten der KI entwickeln sich weit schneller als unser Verständnis für ihre ökonomischen Implikationen. Genau in dieser Lücke liegen jedoch die größten Chancen unserer Zeit“, erklärt Erik Brynjolfsson , Professor an der Stanford University und Direktor des Stanford Digital Economy Lab. „Wir müssen jetzt handeln, um die Entwicklung der KI so zu steuern, dass sie den Menschen ergänzt, anstatt ihn lediglich zu ersetzen – und damit Wohlstand für viele schafft, nicht nur für wenige.“