Abschied vom MBA Ranking-Kult
Warum für MBA-Interessierte der individuelle Nutzen wichtiger wird als das Prestige
Über Jahrzehnte hinweg galt die Platzierung in den bekannten Business-School-Rankings als das maßgebliche Kriterium für die Wahl eines MBA-Studiengangs. Wer etwas auf sich hielt, bewarb sich bei den Top-Platzierten der Financial Times, von US News oder QS. Doch aktuelle Daten zeigen einen deutlichen Gesinnungswandel: Für immer mehr Studieninteressierte verliert das reine Ranking an Gewicht. Statt makelloser Reputation suchen angehende Führungskräfte nach konkretem Return on Investment (ROI), praxistauglichen Kompetenzen und einer Kultur, die zu den persönlichen Lebensentwürfen passt. Dieser Artikel unterzieht die These dem Faktencheck, beleuchtet die Hintergründe der Entwicklung und bietet Ihnen eine Entscheidungshilfe für Ihre Kurswahl.
Die These im Faktencheck: Verlieren Rankings tatsächlich an Bedeutung?
Die Vermutung, dass MBA-Rankings für Studieninteressierte an Strahlkraft einbüßen, ist keine bloße Empfindung, sondern lässt sich durch empirische Erhebungen belegen. Die weltweite Dachorganisation für die Management-Ausbildung, der Graduate Management Admission Council (GMAC), untersucht im Rahmen seiner jährlichen Studien die Präferenzen von tausenden MBA-Kandidatinnen und -Kandidaten in über 140 Ländern.
Die Ergebnisse der GMAC Prospective Students Survey verdeutlichen diese Entwicklung:
Rückgang bei der Entscheidungsrelevanz: Während noch vor wenigen Jahren ein Spitzenplatz im Ranking für fast 40 Prozent aller Bewerberinnen und Bewerber das primäre Entscheidungskriterium darstellte, sank dieser Wert in jüngsten Erhebungen auf deutlich unter 30 Prozent.
Bedeutungsgewinn von ROI und Skills: Parallel dazu stieg der Anteil der Befragten, für die der messbare Return on Investment (ROI), das Erlernen moderner Führungskompetenzen (wie etwa der praktische Einsatz von Künstlicher Intelligenz) sowie konkrete Karrierechancen an erster Stelle stehen.
Der Trend zieht sich durch alle Zielgruppen: Die Abkehr vom reinen Reputationsfetischismus lässt sich über verschiedene geografische Regionen, Altersklassen und Geschlechter hinweg beobachten.