5 Kriterien, um Jobangebote zu bewerten
5 Kriterien, um Jobangebote zu bewerten
„Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die Stelle.“ Welcher Arbeitssuchende freut sich nicht über diese Worte? Und das zurecht: Denn schließlich wurde in der Regel viel Zeit und Mühe in den Bewerbungsprozess gesteckt. Freude und Erleichterung machen sich breit. Doch bevor eine verbindliche Zusage gegeben wird, sollte man sich noch einmal Zeit nehmen, das Angebot genauer zu prüfen und Einzelheiten mit dem potenziellen Arbeitgeber zu besprechen. Denn nicht selten kann es passieren, dass ein Angebot nicht so gut ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Und niemand möchte schon nach kürzester Zeit erneut auf Jobsuche gehen, weil sich der vermeintliche Traumjob als Windei entpuppt hat. Folgende Kriterien helfen dabei, eine überlegte Wahl zu treffen.
Den eigenen Wert kennen
Selbst, wenn der Job eine echte Berufung ist: Nur die wenigsten Menschen können es sich leisten, aus Spaß an der Freude zu arbeiten. Die Arbeitsstelle dient in erster Linie dem Broterwerb, denn das Dach über dem Kopf und die Lebensmittel wollen bezahlt werden. Auch wenn das Gehalt schon im Bewerbungsgespräch thematisiert wurde, sollte vor der Zusage für die Stelle noch einmal genau geprüft werden, wie viel die vorhandenen Erfahrungen und Fähigkeiten wirklich wert sind.
Mindestlohn ist Minimum
In Deutschland gilt der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn – auch für Berufseinsteiger. Der Mindestlohn beträgt aktuell (Stand 2026) 12,82 Euro pro Stunde. Das Gehalt darf damit nicht unter diesem Betrag pro Stunde liegen. Und es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen der Mindestlohn nicht veranschlagt werden muss. So muss er nicht für Langzeitarbeitslose in der Phase der Wiedereingliederung (die ersten sechs Monate nach Aufnahme einer Arbeit) bezahlt werden. Auch minderjährige Angestellte ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Azubis fallen nicht unter das Mindestlohngesetz.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag das Durchschnittsgehalt in Deutschland für eine Vollzeitstelle im Jahr 2020 bei 3.975 Euro brutto im Monat. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass die durchschnittlichen Gehälter abhängig vom genauen Beruf sehr unterschiedlich ausfallen. Während ein Erzieher im Jahr 2022 auf durchschnittlich 3.965 Euro Bruttolohn kam, verdiente ein Arzt im Schnitt 6.438 Euro. Zudem fallen die Gehälter nicht nur abhängig von der Branche, sondern auch abhängig von der Region, in der der Arbeitsplatz liegt, unterschiedlich aus.
Das deutsche Durchschnittsgehalt ist im EU-Vergleich übrigens relativ niedrig. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 24.807 Euro netto im Jahr 2022 belegt Deutschland Platz acht von 42. Am meisten lässt sich in Liechtenstein verdienen. Hier kommen Arbeitnehmer auf ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 66.204 Euro. Allerdings gestalten sich in manchen EU-Ländern auch die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in Deutschland.