«Wir haben das Problem, dass die Arbeit von Juniors mit KI gemacht werden kann», sagt Michaela Gasser, die Schweiz-Chefin des IT-Dienstleisters Adesso
Bei dem Unternehmen mit 550 Mitarbeitenden explodierten die Kosten für KI-Lizenzen. Dummerweise bezahlen die Kunden bis jetzt nicht dafür.
KI-Revolution in der IT-Dienstleistung: Adesso-Chefin Gasser warnt vor Herausforderungen für Junior-Positionen
Zürich, 8. August 2026 – Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) stellt IT-Dienstleister vor neue Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Struktur ihrer Belegschaft und die Kostenkalkulation. Michaela Gasser, Schweiz-Chefin des IT-Dienstleisters Adesso, beleuchtet in einem aktuellen Statement die ambivalente Situation ihres Unternehmens: Während die Kosten für KI-Lizenzen exponentiell steigen, zeigt sich bei Kunden noch keine entsprechende Zahlungsbereitschaft. Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung sei die potenzielle Substitution von Tätigkeiten, die traditionell von Junior-Mitarbeitern ausgeführt wurden, durch KI-Anwendungen. Bei Adesso Schweiz, einem Unternehmen mit 550 Mitarbeitenden, manifestiert sich dieser Trend bereits in explodierenden Ausgaben für KI-Technologien, die bisher nicht adäquat an die Kunden weitergegeben werden können.
Die Aussage Gassers unterstreicht eine branchenweite Debatte über die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt, insbesondere im Einstiegssegment. Traditionell dienten Junior-Positionen als Sprungbrett in die IT-Branche, in denen grundlegende Aufgaben übernommen und erste Erfahrungen gesammelt werden konnten. Wenn diese Tätigkeiten zunehmend von KI-Systemen übernommen werden können, stellt sich die Frage nach der zukünftigen Rolle und den Entwicklungspfaden für Absolventen und Berufseinsteiger. Für Unternehmen wie Adesso bedeutet dies, Geschäftsmodelle und Personalstrategien kritisch zu hinterfragen. Die Investitionen in KI-Technologien sind immens und versprechen Effizienzsteigerungen und neue Dienstleistungsangebote. Doch solange die Kunden die Mehrwerte nicht entsprechend honorieren, geraten die Margen unter Druck.
Herausforderungen für die Personalentwicklung und Weiterbildung
Diese Entwicklung hat auch direkte Implikationen für die akademische Ausbildung und insbesondere für MBA-Studiengänge. Die Anforderungen an zukünftige Führungskräfte im Technologiebereich verschieben sich von der reinen Fachkompetenz hin zu strategischem Denken, Innovationsmanagement und der Fähigkeit, komplexe KI-Prozesse zu steuern und zu integrieren. MBA-Programme, die sich auf Technologie-Management, Digital Transformation oder Entrepreneurship fokussieren, müssen diese Veränderungen in ihren Curricula berücksichtigen. Es geht nicht mehr nur darum, traditionelle Projektmanagement-Methoden zu lehren, sondern auch darum, Absolventen auf die Implementierung und den strategischen Einsatz von KI-Technologien vorzubereiten. Die Fähigkeit, die Wertschöpfung durch KI zu identifizieren und zu kommunizieren, wird zu einer Schlüsselqualifikation.