Krisen kann man lernen. Die wichtigste Lektion der Profis lautet: «Gefühle müssen draussen bleiben»
Es ist ein Sommer der Extreme. Keine Branche ist so erprobt darin, Katastrophen zu meistern, wie die Reise- und Tourismusindustrie. Das sind die Tipps der Krisenmanager von Swiss, TUI und Dertour.
Krisen kann man lernen. Die wichtigste Lektion der Profis lautet: «Gefühle müssen draussen bleiben»
Zürich/Hannover/Köln, 9. August 2026 – Angesichts eines Sommers, der von klimatischen Extremen und geopolitischen Spannungen geprägt ist, rückt die Fähigkeit zur Krisenbewältigung in den Mittelpunkt unternehmerischer Notwendigkeiten. Während viele Branchen noch mit den Auswirkungen unvorhergesehener Ereignisse ringen, demonstrieren Akteure der Reise- und Tourismusindustrie, wie Swiss, TUI und Dertour, seit Jahrzehnten eine besondere Expertise im Management von Katastrophenfällen. Ihre Erfahrungen und Strategien sind nicht nur für Touristik-Manager von Relevanz, sondern bieten wertvolle Lektionen für Führungskräfte in allen Sektoren, insbesondere in Bezug auf die Notwendigkeit, in Stresssituationen rational zu agieren und emotionale Distanz zu wahren.
Die Essenz der professionellen Krisenbewältigung, wie sie von den Experten der Reisebranche praktiziert wird, liegt in der strikten Trennung von Emotion und Entscheidung. Dies bedeutet, dass persönliche Betroffenheit oder Empathie für die Situation zwar menschlich sind, in der operativen Steuerung einer Krise jedoch eine untergeordnete Rolle spielen müssen. Stattdessen wird auf klar definierte Prozesse, Kommunikationsstrategien und präzise Eskalationspfade gesetzt. Die Erfahrungen der letzten Jahre – von Pandemien über Naturkatastrophen bis hin zu Cyberangriffen – haben gezeigt, dass Unternehmen, die in solchen Momenten einen kühlen Kopf bewahren und auf etablierte Protokolle vertrauen, signifikant besser abschneiden als jene, die von Ad-hoc-Reaktionen oder emotionalen Impulsen geleitet werden. Für angehende Führungskräfte im Rahmen eines MBA-Studiums ist dies eine zentrale Erkenntnis: Die Entwicklung von Resilienz und die Fähigkeit, unter Druck datengestützte Entscheidungen zu treffen, sind entscheidende Kompetenzen.
Strategische Krisenkommunikation
Ein weiterer Pfeiler der Krisenbewältigung in der Reiseindustrie ist die strategische Kommunikation. Swiss, TUI und Dertour haben über Jahre hinweg ausgefeilte Kommunikationspläne entwickelt, die es ihnen ermöglichen, schnell und transparent mit Kunden, Mitarbeitenden, Partnern und der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Dies beinhaltet nicht nur die Bereitstellung von Fakten und Anweisungen, sondern auch die klare Abgrenzung von Gerüchten und die proaktive Steuerung der Informationsflut. Das Festhalten an einer klaren Botschaft, die auf Validität und Relevanz basiert, hilft, Vertrauen zu bewahren und Panik zu vermeiden. Dieses Prinzip der Kommunikation ist übertragbar auf alle Unternehmensbereiche und ein Kernbestandteil moderner Führungsausbildung.