KI und Job-Alltag: Welche Tätigkeiten wir streichen sollten, um wirklich produktiv zu sein
KI-Investitionen bringen kaum Produktivitätssprünge, warnt der Spiegel. Statt Prozesse zu beschleunigen, müssen Führungskräfte überflüssige Tätigkeiten im Arbeitsalltag identifizieren und streichen.
KI und Job-Alltag: Welche Tätigkeiten wir streichen sollten, um wirklich produktiv zu sein
Unternehmen investieren weltweit Milliarden in Künstliche Intelligenz mit der Erwartung signifikanter Produktivitätssteigerungen. Eine Analyse des Spiegel vom 14. Oktober 2026 deutet jedoch darauf hin, dass diese Erwartungen, zumindest in naher Zukunft, unerfüllt bleiben könnten. Die Kernproblematik liegt demnach nicht primär in der Technologie selbst, sondern im mangelnden Verständnis von Führungskräften bezüglich der tatsächlichen Zeitfresser im Arbeitsalltag und welche davon tatsächlich durch den Einsatz von KI eliminiert werden sollten, anstatt nur bestehende Prozesse zu optimieren. Eine kritische Bestandsaufnahme der täglichen Routinen und die mutige Streichung überflüssiger Tätigkeiten scheinen demnach entscheidender für echte Produktivitätssprünge zu sein.
Die gegenwärtige Implementierung von KI-Lösungen fokussiert sich oft auf die Beschleunigung bereits existierender Abläufe, anstatt grundlegende Fragen nach der Notwendigkeit bestimmter Aufgaben zu stellen. Dies manifestiert sich beispielsweise in unzähligen Meetings ohne konkretes Ergebnis, in der Überproduktion von Berichten, die selten gelesen werden, oder in der Pflege redundanter Datenbanken. KI wird in diesem Szenario als Effizienz-Booster für Tätigkeiten eingesetzt, die gar nicht oder nur in stark reduziertem Umfang notwendig wären. Eine tiefgreifende Analyse der Wertschöpfungskette und eine konsequente Prozessoptimierung, die über die reine Automatisierung hinausgeht, wird somit zur Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.
Die Problematik verschärft sich durch eine verbreitete Scheu, etablierte Strukturen und Prozesse in Frage zu stellen. Viele Unternehmen sind darauf bedacht, KI-Projekte vorzuweisen, ohne jedoch den Mut aufzubringen, wirklich obsolete Aufgaben zu eliminieren. Stattdessen werden neue KI-Tools oft zusätzlich zu bestehenden, ineffizienten Praktiken implementiert, was den Arbeitsalltag eher komplexer als produktiver gestaltet. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung der Mitarbeiter, die neben ihren ursprünglichen Aufgaben nun auch die Verwaltung und Integration neuer Technologien bewältigen müssen. Echte Produktivitätsgewinne erfordern jedoch eine strategische Neuausrichtung und die Bereitschaft, von überflüssigen Tätigkeiten vollständig Abstand zu nehmen.
Für angehende Führungskräfte und MBA-Studierende ist diese Entwicklung von besonderer Relevanz. Die Fähigkeit, kritisch zu hinterfragen, welche Tätigkeiten tatsächlich zur Wertschöpfung beitragen und welche durch KI nicht nur automatisiert, sondern ganz gestrichen werden können, wird zu einer Schlüsselkompetenz. Studiengänge, die sich auf digitale Transformation und strategisches Management konzentrieren, müssen vermehrt den Fokus auf Prozessinnovation legen, statt ausschließlich auf Technologieintegration. Es geht darum, nicht nur zu verstehen, wie KI funktioniert, sondern auch, wie man Arbeitswelten neu denkt und gestaltet, um den größten Nutzen daraus zu ziehen.