Führung: „Motivation lässt sich erstaunlich effektiv zerstören“

    Organisationsforscher Hans Rusinek erklärt im Handelsblatt, wie Mikromanagement und mangelnde Wertschätzung die Mitarbeitermotivation aktiv untergraben. Für Führungskräfte ist das Verständnis dieser Mechanismen essenziell, um die Leistungsbereitschaft und Selbstwirksamkeit im Team zu erhalten.

    Führung: „Motivation lässt sich erstaunlich effektiv zerstören“

    In der modernen Arbeitswelt gilt die Motivation der Mitarbeiter als eine der wertvollsten Ressourcen für den Unternehmenserfolg. Doch wie der Organisationsforscher Hans Rusinek im November 2026 betont, wird dieses Potenzial in vielen Organisationen nicht etwa zu wenig gefördert, sondern durch falsche Führungsentscheidungen aktiv untergraben. Die Entmutigung der Belegschaft erfolgt oft schleichend durch spezifische Verhaltensweisen im Management, die den Sinn der Arbeit infrage stellen. Für Führungskräfte und solche, die es werden wollen, ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die Mechanismen der Demotivation besser zu verstehen, um die eigene Freude am Beruf sowie die Leistungsbereitschaft des Teams langfristig zu sichern.

    Ein zentrales Problem in vielen Unternehmen ist die Diskrepanz zwischen proklamierten Werten und dem tatsächlichen Führungsalltag. Rusinek weist darauf hin, dass Motivation keine konstante Eigenschaft ist, die einmalig „aktiviert“ werden kann. Vielmehr handele es sich um einen Zustand, der durch Mikromanagement, mangelnde Wertschätzung und intransparente Kommunikationsprozesse nachhaltig beschädigt wird. Wenn Mitarbeiter das Gefühl verlieren, dass ihre Tätigkeit einen messbaren Beitrag leistet oder wenn bürokratische Hürden die eigentliche Arbeit überschatten, sinkt das Engagement rapide. Diese Erkenntnis deckt sich mit langjährigen Studien der Organisationspsychologie, die Selbstwirksamkeit als Kernfaktor für berufliche Zufriedenheit identifizieren.

    Strategien gegen den Sinnverlust im Berufsalltag

    Für die Zielgruppe von MBA-Interessierten und Absolventen von Management-Studiengängen sind diese Erkenntnisse von besonderer Relevanz. In akademischen Curricula werden Führungstheorien oft idealisiert vermittelt, während die Praxis häufig von politischem Taktieren und Effizienzdruck geprägt ist. Wer ein Master-Studium im Bereich Management anstrebt, sollte sich daher frühzeitig mit der Frage auseinandersetzen, wie resiliente Strukturen geschaffen werden können. Es geht nicht nur darum, fachliche Exzellenz zu entwickeln, sondern auch eine emotionale Intelligenz, die erkennt, wann interne Prozesse die psychologische Sicherheit und die Eigeninitiative der Mitarbeiter gefährden. Der Schutz der eigenen Motivation erfordert zudem eine reflektierte Distanz zu institutionellen Zwängen.

    Die Bedeutung für die Management-Ausbildung in der DACH-Region