Arbeitszeit-Studie: Ohne Zeiterfassung verfallen die meisten Überstunden

    Ohne Zeiterfassung verfallen laut einer Studie zwei Drittel aller Überstunden, während es bei Dokumentation nur 11 Prozent sind. Angesichts rechtlicher Vorgaben und flexibler Arbeitsmodelle stehen HR-Abteilungen vor der Aufgabe, Mehrarbeit präzise zu erfassen und fair auszugleichen.

    Arbeitszeit-Studie: Ohne Zeiterfassung verfallen die meisten Überstunden

    Eine aktuelle Untersuchung zur Arbeitswelt, veröffentlicht am 16. Oktober 2026, legt offen, wie massiv die Auswirkungen fehlender Zeiterfassungssysteme auf die Mehrarbeit von Beschäftigten in Deutschland sind. Laut der Studie verfallen in Unternehmen ohne systematische Erfassung rund zwei Drittel aller geleisteten Überstunden ersatzlos. Im direkten Vergleich dazu gehen in Betrieben mit etablierten Zeiterfassungssystemen lediglich 11 Prozent der Überstunden verloren. Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass die Dokumentation der Arbeitszeit nicht nur eine administrative Pflicht darstellt, sondern maßgeblich über die Vergütung oder den Freizeitausgleich von erbrachten Leistungen entscheidet. Die Daten unterstreichen den Handlungsbedarf für Personalabteilungen, da die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Europäischen Union und Deutschland zunehmend eine lückenlose Dokumentation fordern.

    Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt in der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitswelt, die häufig mit Vertrauensarbeitszeit einhergeht. Während dieses Modell einerseits Autonomie verspricht, führt es ohne technische Absicherung oft zu einer Entgrenzung der Arbeit. Die Studie belegt, dass Arbeitnehmer ohne Erfassung dazu neigen, informelle Mehrarbeit zu leisten, die weder statistisch erfasst noch kompensiert wird. Für das Human Resources Management bedeutet dies eine Gratwanderung: Einerseits gilt es, die Flexibilität für die Belegschaft zu erhalten, andererseits muss der Schutz vor unbezahlter Mehrarbeit durch transparente Prozesse gewährleistet werden. Professionelle Zeiterfassungssysteme fungieren hierbei als objektive Instanz, die sowohl den Arbeitgeber vor rechtlichen Risiken als auch den Arbeitnehmer vor Selbstausbeutung schützt.

    Implikationen für Management und akademische Qualifikation

    Für Absolventen von MBA-Programmen und angehende Führungskräfte gewinnen diese Erkenntnisse eine besondere Relevanz. In Management-Positionen wird Mehrarbeit oft als impliziter Teil des Anforderungsprofils verstanden. Doch die Studienergebnisse zeigen, dass eine moderne Unternehmenskultur zunehmend auf datenbasierter Transparenz fußt. Führungskräfte, die im Rahmen eines Master-Studiums auf strategische Personalführung vorbereitet werden, müssen die Einführung und Pflege von Zeiterfassungssystemen als Instrument der Mitarbeiterbindung und der Gesundheitsprävention begreifen. Die Fähigkeit, Effizienz nicht durch bloße Präsenz, sondern durch messbare Ergebnisse innerhalb klar definierter Zeitrahmen zu steuern, entwickelt sich zu einer Kernkompetenz im modernen Talentmanagement.